Gedenken und Frieden: Schülerfahrt ins Elsass (Frankreich)

Am frühen Morgen des 25. Februar um 5:06 Uhr brach das P-Seminar mit dem Leitfach Politik und Gesellschaft des Johannes-Gutenberg-Gymnasiums unter der Leitung von Maria Wasmeier, begleitet von Oberstudienrat Marcus Erlmeier, auf eine eindrucksvolle Bildungsreise nach Niederbronn-les-Bains auf. Diese Fahrt wurde in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. organisiert und stand unter dem Thema „Gedenken und Frieden“.

Eine Reise mit Bedeutung

Lange Zeit hielten wir EU-Bürger Frieden und Sicherheit für selbstverständlich. Doch die jüngsten politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen zeigen, wie zerbrechlich dieser Frieden tatsächlich ist. Das P-Seminar zeichnet den langen Weg zu einem friedlichen Europa nach. Dabei besuchen die Schülerinnen und Schüler unter anderem die Orte der einzelnen Etappen der Friedensfindung. Die Ergebnisse und Eindrücke werden dann in einer Ausstellung vom 9. Mai bis 23. Mai im Haus der Natur, Kultur, Kunst und Jugend (HNKKJ) in Waldkirchen ausgestellt.

Fahrtverlauf: Geschichtliche Einblicke und europäische Perspektiven

Nach der Abfahrt aus Passau erreichte die Gruppe zunächst Straßburg, wo sie einen ersten Eindruck der historischen Stadt gewinnen konnte. Anschließend ging es weiter zur Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte Albert Schweitzer in Niederbronn-les-Bains, die sich in unmittelbarer Nähe zu einer deutschen Kriegsgräberstätte befindet.

Am Mittwoch, den 26. Februar, führte die Reise zurück nach Straßburg, wo die Schülerinnen und Schüler das Europaparlament besuchten und sich anschließend bei einer Stadtbesichtigung mit der europäischen Geschichte auseinandersetzten. Bei einem gemeinsamen Mittagessen mit typisch elsässischen Flammkuchen, sammelte die Gruppe bereits erste Eindrücke.

Ein besonders prägender Programmpunkt folgte am Donnerstag, den 27. Februar: Die Fahrt nach Verdun bot den Teilnehmenden einen tiefgehenden Einblick in die Schrecken des Ersten Weltkriegs. Der Besuch des Museums „Mémorial von Verdun“, des Forts von Douaumont und des Beinhauses von Verdun verdeutlichte eindrücklich die grausamen Konsequenzen kriegerischer Auseinandersetzungen. Gerade an diesem Ort, der so viel Gewalt und Grauen erdulden musste, wurde den Schülerinnen und Schülern auch die Besonderheit der deutsch-französischen Beziehung bewusst. Obwohl sich diese beiden Länder im Ersten Weltkrieg so viel Leid zugefügt haben und anschließend der Zweite Weltkrieg die bestehenden Gräben zwischen Deutschen und Franzosen noch vertiefte, gelang es trotzdem, dass Deutschland und Frankreich heute enge Partner und sogar Freunde geworden sind. Mit diesem einerseits bestürzenden Eindrücken und doch andererseits berührenden und bewegenden Gefühlen kehrte die kleine Reisegruppe wieder zurück nach Niederbronn-les-Bains.

Am Freitag, den 28. Februar, erfolgte eine Führung über die deutsche Kriegsgräberstätte in Niederbronn-les-Bains. Die Schülerinnen und Schüler erhielten dabei Einblicke in die Einzelschicksale von vier gefallenen Soldaten und lernten die tragische Geschichte der Kriegsgräberstätte kennen. Diese ist während der sogenannten Nordwind-Offensive im Winter 1944/45 entstanden und dient als letzte Ruhestätte für 15.835 Kriegstote, darunter auch SS-Angehörige, verurteilte Kriegsverbrecher sowie Zivilistinnen und Zivilisten aus 13 verschiedenen Nationen. Durch die ausgezeichnete Bildungsarbeit der Mitarbeiter der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte Albert Schweitzer wird den Besucher ein umfassendes Bild des Krieges und auch der Nachkriegszeit geschildert.

Nach einem letzten gemeinsamen Mittagessen in der Jugendbegegnungsstätte trat die Gruppe die Rückreise nach Passau an.

Gestaltung des Europatags am 9. Mai 2025

Die vielen Eindrücke, die das P-Seminar in diesen wenigen Tagen sammelte, werden für die Ausstellung im Haus der Natur, Kultur, Kunst und Jugend (HNKKJ) in Waldkirchen vom 9. Mai bis 23. Mai aufbereitet. Am 9. Mai möchte das P-Seminar außerdem ab 17 Uhr den Europatag feiern. Den Schülerinnen und Schülern wurde bewusst, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist, sondern aktiv gestaltet und bewahrt werden muss. Durch die Auseinandersetzung mit den historischen Schauplätzen und den Opfern der Kriege wurde ihnen die Verantwortung bewusst, sich für eine friedliche Zukunft einzusetzen.