Deutsch-tschechische Schülerbegegnung – Vimperk

Es war ein Tag im Zeichen der guten nachbarschaftlichen Beziehungen und der herzlichen Begegnung: Einen Schultag lang war die Klasse 9a des Johannes-Gutenberg-Gymnasiums Waldkirchen (JGG) in Begleitung der beiden Geschichtslehrer Roland Hackl und Christian Weishäupl an der tschechischen Partnerschule, dem Allgemeinen und Sportgymnasium in Vimperk – dem einstigen Winterberg – zu Gast und erlangte dort nicht nur Einblick in den Schulalltag des Nachbarlandes, sondern erlebte auch die tschechische Gastfreundschaft.

Die Partnerschaft zwischen den beiden Gymnasien besteht seit über 30 Jahren und ist insbesondere mit dem langjährigen Waldkirchner Schulleiter Franz Lenhardt und dem überall bestens bekannten Deutschlehrer aus Vimperk Roman Hajník verbunden. Der gute Kontakt wird nach wie vor in Form von Schülerbegegnungen gepflegt, die nicht zuletzt durch diverse EU-Programme ermöglicht werden. So wurde die jüngste Schülerbegegnung in Vimperk durch das Projekt „Schule ohne Grenzen“ mit Unterstützung durch den Kleinprojektefond des Programms INTERREG Bayern – Tschechien 2021-2027 ermöglicht.

Nach der Ankunft der Waldkirchner Gruppe in der 7400 Einwohner großen und keine 30 Kilometer hinter der Grenze liegenden Stadt Vimperk erfolgte eine herzliche Begrüßung durch Schulleiterin Zdeňka Zámečníková, die selbst Deutsch unterrichtet. Um das Kennenlernen der beiden Gruppen zu erleichtern, haben sich Roman Hajník und seine Fachkolleginnen einige Spiele einfallen lassen. Der Vorteil der tschechischen Gruppe dabei: Sie lernen im zweiten Schuljahr Deutsch und konnten ihre Sprachkenntnisse gleich austesten. Für die deutsche Gruppe hingegen bot sich die Gelegenheit, erste tschechische Begriffe zu erlernen und die fremde und auch schwierige Sprache und ihren Klang zum Beispiel beim Mitsingen eines Volkliedes auszuprobieren. Und das Wichtigste: Die Kennenlernrunde war noch nicht abgeschlossen, wurden zwischen den Schülern bereits die ersten Nummern und Social-Media-Kontakte ausgetauscht.

Das gemeinsame Mittagessen fand dann nicht in der Schule, sondern im Herzen Vimperks statt: Im Hotel „Zlatá hvězda“ (Goldener Stern) wartete ein opulentes Buffet mit verschiedenen Pizzen und Burgern auf die deutsch-tschechische Schülergruppe, wobei die Schüler auch bei Tisch sichtbar aufeinander zugingen.

Das Nachmittagsprogramm sah eine Rallye durch den historischen Stadtkern vor, die Roman Hajník akribisch und mit viel Liebe zum Detail vorbereitet hatte. In gemischten Gruppen galt es, unterstützt durch Abiturienten des Gymnasiums Vimperk, so manches Rätsel zu lösen:  Wie viele Glocken hängen im Stadtturm? Wie viele Kaffeemühlen zieren das Schaufenster eines bekannten Cafés am Marktplatz? Dabei konnten die Schüler tief in die Geschichte der Stadt Vimperk, die seit dem Mittelalter als bedeutendes Kultur- und später Industriezentrum sowie als „Tor zum Böhmerwald“ gilt, eintauchen.

Mit einem herzlichen „Na shledanou!“ (Auf Wiedersehen) und „Uvidíme se brzy!” (Bis bald) verabschiedete sich die Gruppe schließlich an der Schule. Bereits während der Heimfahrt nach Waldkirchen wurde im Bus eifrig diskutiert, mit welchem Programm der Gegenbesuch der tschechischen Gruppe Ende April gestaltet werden soll. Immerhin, so der einhellige Tenor, haben die Winterberger in allen Programmpunkten und mit ihrer Gastfreundschaft hohe Benchmarks gesetzt.

Kennenlernen in Kleingruppen: Bei verschiedenen Spielen und Sprachanimationen lernten sich die Schüler samt ihrer Sprache, ihren Interessen und Freizeitvorlieben untereinander kennen.
Im Zeichen der deutsch-tschechischen Freundschaft und der über 30-jährigen Schulpartnerschaft verbrachten je eine Gruppe des Johannes-Gutenberg-Gymnasiums Waldkirchen und des Gymnasiums Vimperk einen gemeinsamen Tag im Böhmerwald. Fotos: JGG