

Hofkirchen – Am 12. März traf sich das P-Seminar „Politik und Gesellschaft“ des Johannes-Gutenberg-Gymnasiums unter der Leitung von Maria Wasmeier an der Kriegsgräberstätte Hofkirchen. Diese Exkursion war ein weiterer wichtiger Bestandteil ihres Projekts „Erinnerung und Hoffnung – Der Weg zum Frieden“, das am 9. Mai 2025 im HNKKJ (Haus der Natur Kultur Kunst und Jugend e. V.) in Waldkirchen um 17 Uhr anlässlich des Europatags feierlich eröffnet wird.
Die Schülerinnen und Schüler erhielten durch Maximilian Fügen, dem Schul- und Bildungsreferent des Landesverbandes Bayern des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., eine umfassende Einführung in die Arbeit des Volksbunds und eine detaillierte Vorstellung der Kriegsgräberstätte Hofkirchen. Besonders eindrucksvoll war die kritische Auseinandersetzung mit den dort bestatteten Personen: Neben einfachen Soldaten der Wehrmacht, ruhen dort auch Zivilisten oder auch Mitglieder der Hitlerjugend, die in den letzten Kriegsmonaten verheizt wurden. Ebenso fanden dort auch Anhänger des Nationalsozialismus und Mitglieder der SS ihre letzte Ruhestätte. Anhand von ausgearbeiteten Einzelschicksalen wurde den Schülern die Heterogenität der Kriegsopfer bewusst, und sie lernten, vorschnelle Pauschalurteile zu vermeiden.
Zusätzlich informierte Willi Wagenpfeil, Kreisvorsitzender des VdK Kreisverbands Vilshofen, die Schüler über die geschichtliche Bedeutung der Kriegsgräberstätte. Ein bedeutender Aspekt war die bevorstehende pädagogische Aufbereitung der Gedenkstätte durch Informationstafeln, die in Zusammenarbeit mit dem Gymnasium Pocking erstellt wurden.
Die Exkursion nach Hofkirchen war nicht der erste Schritt des Seminars auf dem Weg zur Friedensfindung. Bereits im Februar reiste die Gruppe nach Straßburg und besuchte dabei historische Stätten wie Verdun oder Niederbronn-les-Bains, eine Kriegsgräberstätte des Zweiten Weltkriegs. Der Besuch des Europaparlaments in Straßburg stellte den Höhepunkt dar und verdeutlichte die Bedeutung eines vereinten Europas für den Frieden.
Die gewonnenen Erkenntnisse und Eindrücke aus diesen Besuchen fließen nun in die Ausstellung ein. Die Schüler möchten die Dringlichkeit des Friedens insbesondere vor dem Hintergrund aktueller Krisen betonen. Die Feierlichkeit am 9. Mai wird durch die Anwesenheit von Willi Wagenpfeil und Rosemarie Neumann, die als Einzige einen Granatenbeschuss am Ende des Zweiten Weltkriegs überlebte, besonders geehrt. Sie wird aus erster Hand von ihren Erlebnissen berichten und den Schülern und Gästen damit eine direkte Verbindung zur Vergangenheit ermöglichen.
Das P-Seminar des Johannes-Gutenberg-Gymnasiums setzt sich mit großem Engagement für eine bewusste Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ein, um den Wert des Friedens nachhaltig zu vermitteln. Ihr Projekt ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Erinnerungskultur als Brücke zur Zukunft dienen kann.

