Enrichment-Programm des Johannes-Gutenberg-Gymnasiums Waldkirchen erhält Einblicke in Forschung, Studiengänge und naturinspirierte Technik

Im Rahmen des schulinternen Begabtenförderungsprogramms des Johannes-Gutenberg- Gymnasiums Waldkirchen besuchten 17 Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufe den Technologie Campus in Freyung, der zum Forschungsnetzwerk der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) gehört. Geleitet wurde die Veranstaltung von Professorin Dr. Kristina Wanieck, die im Bereich Bionik und naturinspirierte Innovationsmethoden tätig ist.
Das schulinterne Enrichment-Programm des Johannes-Gutenberg-Gymnasiums richtet sich an besonders interessierte und begabte Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufe und ermöglicht sowohl Einblicke in wissenschaftliche Arbeitsweisen und das Arbeiten an anspruchsvollen Themen als auch – beispielsweise durch gemeinsame Museums- und Konzertbesuche – kulturelle Bildung.
Durch einen ansprechenden Vortrag von Frau Professorin Dr. Wanieck erfuhr die Gruppe zunächst Interessantes über das Studium an der Technischen Hochschule Deggendorf; diese bietet zahlreiche Bachelor- und Masterstudiengänge in den Bereichen Bautechnik und Umweltwissenschaften, angewandte Naturwissenschaften, Gesundheitswissenschaften, Informatik, Design und Medien, Elektro- und Informationstechnik, Maschinenbau und Mechatronik und Wirtschaftswissenschaften.
Anschließend gab die Professorin einen Einblick in ihren Werdegang und in ihr Spezialgebiet. Die Bionik nutzt Erkenntnisse aus der Biologie, um konkrete technische Probleme zu lösen. Dies wurde der Schülergruppe anhand einer anschaulichen Präsentation verdeutlicht; zusätzlich konnte sie das im Foyer des Technologie Campus ausgestellte Exoskelett (ein Hilfsmittel zum Beispiel für ältere Menschen) bewundern.
Es folgten eine kurze Einführung in wissenschaftstheoretische Grundlagen sowie ein Überblick über die Anforderungen wissenschaftlichen Arbeitens und die grundlegenden Werte der Wissenschaft wie zum Beispiel Ehrlichkeit, Objektivität, Verantwortungsbewusstsein und Sorgfalt.
Nach einigen praktischen Versuchen – anhand eines Bananenpalmenblatts wurde beispielsweise die wasser- und schmutzabweisende Eigenschaft der Oberfläche präsentiert, die auch für industriell hergestellte Produkte interessant ist – war die Gruppe selbst gefordert, eine Problemstellung zu formulieren und dafür eine „bionische“ Lösung zu finden.
Mithilfe der Plattform AskNature.org recherchierten die Schülerinnen und Schüler biologische Strategien und entwickelten darauf aufbauend eigene Produktideen. Entstanden sind unter anderem Konzepte für temperaturunempfindliche Akkus oder selbstverdunkelnde Gläser. Bei der abschließenden Präsentationsrunde wurde deutlich, dass viele Ideen bereits in ähnlicher Form existieren. Dies zeigt, wie schnell und einfach erste Erkenntnisse in der Bionik möglich sind und dass es sich lohnt, den Blick in die Natur zu werfen.
Der Vormittag wurde von der Schülergruppe als sehr bereichernd empfunden, da die Veranstaltung sowohl Einblicke in die Wissenschaft ermöglichte als auch einen wichtigen Beitrag zur Berufsorientierung leistete.