Weihnachtskonzert des Waldkirchener Gymnasiums mit über 300 Mitwirkenden




In der voll besetzten Stadtparrkirche St. Peter und Paul feierte die Schulfamilie des Johannes-Gutenberg-Gymnasiums (JGG) ein weihnachtliches Fest der Musik. Fast zwei Stunden lang begeisterten die Schüler aller Jahrgangsstufen das Publikum mit Gesang und virtuos beherrschten Instrumenten. Fern des Schulgebäudes und mitten im Herzen der Stadt zeigte das JGG, wie sehr es das kulturelle Leben Waldkirchens bereichert.
Das Konzert begann bereits vor dem ersten gespielten Ton mit aufgeregtem Schülergemurmel hinter dem Altar und Eltern, die dem Auftritt ihrer Kinder auf dieser großen Bühne entgegenfieberten. Lehrer und Schulfreunde suchten aufmerksam nach Bekannten in den Reihen der Musiker und versuchten durch ein Lächeln, deren Lampenfieber etwas zu mindern. Große Anspannung erkannte man in den Gesichtern der Technikteams, dessen 22 Mitglieder in anstrengender Kleinarbeit bei der Licht- und Tonregie nichts dem Zufall überlassen wollte. Diese Schüler hofften, dass die Beleuchtung die Musiker erstrahlen und die Lautsprecher sie imposant erklingen lassen. Gelassenheit und freudige Erwartung demonstrierte hingegen Thomas Gabriel. Als Gesamtleiter des Konzerts und Beobachter unzähliger Stunden der Vorbereitung wusste er, dass seine Schüler bereit waren für den perfekten Auftritt.
Aus der Dunkelheit ins Scheinwerferlicht trat dann das ganz in schwarz gekleidete JGG-Bläserensemble aus Schülern aller Jahrgangsstufen, das von Schulleiter Andreas Schöps musikalisch unterstützt wurde. Mit „Gather around the Christmas tree“ und „The First Nowell“ bat das Ensemble nun die Zuhörer feierlich zur musikalischen Bescherung. Nach dieser klangvollen Begrüßung trat Andreas Schöps vor das Publikum und hieß die Gäste herzlich willkommen. Er beschrieb die Vorweihnachtszeit am JGG als eine Zeit der Hektik, der Aufgaben und des Termindrucks. Gedanken an Besinnlichkeit und Weihnachten würden so in weite Ferne rücken. Doch dann sei mit der Musik eine „ganz besondere Atmosphäre in alle Ecken des Schulhauses“ eingezogen. Die intensiven Proben und die Begeisterung der Schüler hätten der Schule dann doch „weihnachtliche Stimmung geschenkt“. Das Konzert an diesem Abend solle den Gästen eine Pause vom gestressten Alltag ermöglichen, aber auch den großartigen Zusammenhalt am JGG vergegenwärtigen. Denn wie der Klang durch „jede Stimme, jeden Ton, jede Bewegung“ getragen werde, so werde auch die Harmonie am JGG durch „die Vielfalt der Schülerinnen und Schüler“ erzeugt. Er bedankte sich beim Pfarrverband Waldkirchen für den Konzertort, bei den Musikern und Technikern für ihren Einsatz, bei den Instrumentallehrern für die individuelle Vorbereitung der Schüler und bei den Musiklehrern Thomas Gabriel, Gudrun Preinfalk und Birgit Kohl für die Leitung der Chöre und Orchester.
Mit großem Selbstbewusstsein betraten nun die Neulinge des JGG die Bühne. Frisch und unbekümmert wie am ersten Tag an der neuen Schule sangen die versammelten Fünftklässler „Immer wenn es Weihnacht wird“ von Norbert Wallner und besonders flott und mitreißend den modernen Klassiker „Feliz Navidad“ von José Feliciano. Emily Escherich traute sich dabei schon einen Solopart zu und meisterte ihre Aufgabe großartig. Geleitet wurde der Chor von Musiklehrerin Birgit Kohl, die in nur kurzer Zeit über 80 Schüler zu einer harmonischen Einheit formte. Nach der Heiterkeit folgte ein nachdenklicher Auftritt von Sophia Lorenz, Sophie Bayerlein, Maria-Grazia Iannotta, Victoria Schopper, Amelie Puffer und Isabell Schlieber. Ausdruckstark und melancholisch erinnerten sie mit „For Everything there is a Season“ von Ed Harris an den raschen Wechsel zwischen Freud und Leid. Sie riefen dem Publikum in Erinnerung, dass Weihnachten auch eine Zeit der Dankbarkeit für vergängliches Glück sein sollte. Jede Wehmut verflog jedoch schnell, als das Klarinettenduo Michael Zechmann und Johannes Kölbl einen beschwingten Marsch aus dem berühmten „Nussknacker“ von Tschaikowski anstimmte. Die Fröhlichkeit, die die beiden Vollblutmusiker übertrugen, ließ so manchen Zuhörer an den ersten freien Tag in den Weihnachtsferien denken.
Bereits diese Darbietungen zeigten eindrucksvoll die große Bandbreite musikalischer Formationen am JGG und das umfassende Musikangebot, das es als Teilnehmer des Programms „Kulturschule Bayern“ noch weiter ausbauen will. Es folgten Auftritte des Unterstufenchors, des Kammerchors, des Männerensembles, eines Doppelquartetts aus Schülern der 12. und 13. Klasse und des Großen Chors. Instrumentalmusik präsentierten das Kammermusikensemble der Mittelstufe, ein Blechbläserquintett und das große Schulorchester. Dabei genoss das Publikum den gekonnten Wechsel verschiedener Musikrichtungen. Volkstümlichen Liedern wie „Es wird scho glei dumpa“ folgten englische Klassiker. Nicht fehlen durften auch deutsche Weihnachtslieder wie „Zu Betlehem geboren“ oder „O du stille Zeit.“ Die Instrumentalgruppen meisterten wiederum anspruchsvolle Stücke der klassischen Musik, darunter Johann Sebastian Bachs „Air“ und „Ouvertüre Nr. 3 in D-Dur“.
Den Ensembles gelang es dabei, große Emotionen zu wecken. In ihrer Darbietung von „Im Woid is so staad“ zeichneten die meisterhaft singenden Laura Falteskova, Anna Wagner, Helena Schwarz, Emma Plank, Jakob Kraft, Elias Pfleger und Luis Maier ein lebendiges Bild der Ruhe der hiesigen Natur fern der menschlichen Hektik. Das Männerensemble hingegen pries die Geburt Jesu Christi mit einem perfekten Zusammenspiel heller und tiefer Männerstimmen unterstützt von der gesanglichen Begleitung Thomas Gabriels, der sich nicht nur auf die Leitung seines Ensembles beschränkte. Die Streicher, Flötisten und Blechbläser des JGG begeisterten das Publikum mit ihrem Können und ihrer Präzision. Dirigiert von Gudrun Preinfalk spielten sie neben temporeichen Märschen und pompösen Lobpreisungen für den Herrn auch poppige Weihnachtshits wie „Jingle Bells“, letzteres mit glitzernden Weihnachtsmützen auf dem Kopf, und zeigten damit eindrucksvoll, dass Orchestermusik nicht auf Klassik beschränkt ist.
Die Höhepunkte des Abends setzte allerdings der Große Chor, der mit der geballten Energie von über 100 Schülern bei den Songs „Wundervoll Lichterhell“ und „Rise up and follow the star“ das Kirchengewölbe zum Leuchten brachte. Thomas Gabriel bot vollen Körpereinsatz, um seine Schüler zu Höchstleistungen zu dirigieren. Und an den gelösten Blicken einzelner Chormitglieder am Ende des letzten Lieds konnte man sehen, dass ihm das gelungen war. Begeistert von diesem Fest der Musik sang die gesamte Schulfamilie zum Abschluss „O du fröhliche“. Begleitet von der himmlischen Orgelmusik Stefan Werbicks stimmten sich alle Anwesenden ein auf eine besinnliche Weihnachtszeit.