Junge Wissenschaftlicher des Johannes-Gutenberg-Gymnasiums präsentieren ihre Forschungsarbeit

JGG ehrt die beste Seminararbeit des Abschlussjahrgangs

Lena Aumüller (v.l.), Kathrin Pongratz, Laura Faltejskova und Benedikt Drexler präsentierten ihre Seminararbeiten.
Mit einem fachkundigen und dynamischen Vortrag über die Entwicklung des Wohnzimmers gewann Benedikt Drexler den W-Seminarpreis des JGG.

Deutsche Wohnzimmer und römische Bäder, das Märchen von Eiskönigin Elsa und die Qualen der Laborrate – mit der Wahl ihrer Themen zeigen Benedikt Drexler, Lena Aumüller, Laura Faltejskova und Kathrin Pongratz, dass sie große Lust haben, die Welt zu erforschen. Ihnen wurde die große Ehre zuteil, ihre W-Seminararbeiten einer Jury aus Lehrkräften und den versammelten Schülern der Q12 in der Aula des JGG auf großer Bühne vorzustellen. Den Sieg errang Benedikt Drexler mit dem Thema „Geschichte und Perspektiven des bürgerlichen Wohnzimmers“.

Das „W“ in W-Seminar steht für „wissenschaftspropädeutisches Arbeiten“. Jeder Abiturient soll mit der Belegung eines Seminars und der Erstellung einer Arbeit nach wissenschaftlichen Standards auf künftige Aufgaben an einer Universität vorbereitet werden. Für die Lehrkräfte des JGG bedeutet ein W-Seminar, dass sie in die Rolle des individuellen Mentors schlüpfen und ihre Begeisterung für ihre wissenschaftliche Fachdisziplin ausleben dürfen, und für die Schüler, dass sie selbstständig eine Forschungsfrage erarbeiten, relevante Literatur auswerten, Experimente durchführen und ihre Ergebnisse in Form einer umfangreichen schriftlichen Arbeit darlegen. Das JGG bietet eine Vielzahl von W-Seminaren in den verschiedenen Fächern an und bereitet in den Seminaren und mit diversen außerunterrichtlichen Veranstaltungen auf das wissenschaftliche Arbeiten vor. Die Schule stärkt zudem den Zusammenhalt und das gemeinsame Lernen über Jahrgangsstufen hinweg. So wurden die Schüler der Q12 als Publikum für die Vorträge der vier besten W-Seminarteilnehmer als Jury eingeladen. Sie sollten von den Rednern etwas über ihr Vorgehen, ihre Erfahrungen und Schwierigkeiten erfahren.

In ihren frei gehaltenen Präsentationen veranschaulichten die vier Finalisten, wie tief sie in ihre Materie eindringen mussten, um zu ihren Ergebnissen zu kommen. Dabei reflektierten sie ehrlich ihren Arbeitsprozess mit all den Schwierigkeiten bei der Eingrenzung der Stoffmenge, dem Finden geeigneter Literatur, aber auch den Einsatz von KI. Und sie lieferten Erkenntnisse, die die Alltagsrelevanz wissenschaftlicher Forschung verdeutlichen. Benedikt Drexler stellte etwa fest, dass das Wohnzimmer durch Streaming auf individuellen Geräten seine ursprüngliche Rolle als Ort der Zusammenkunft verlieren könnte. Lena Aumüller erforschte die gesellschaftliche Bedeutsamkeit der Bäder Roms als Räume des Austauschs, die jedoch auch durch ungleichen Zugang nach Geschlecht und Herkunft gekennzeichnet waren. Dass man selbst eine Disneyprinzessin fachkundig analysieren kann, zeigte Laura Faltejskova, die mit psycho-analytischer Methodik am Beispiel der Eiskönigin Elsa die tiefgreifenden Folgen traumatischer Kindheitserlebnisse erörterte. Kathrin Pongratz befasste sich hingegen mit der hinter Labortüren verborgenen Welt der Tierversuche. Sie wies darauf hin, dass in Deutschland strenge Regeln gelten, dass aber der Nutzen von Tierversuchen für die Krebsforschung umstritten ist. Alle Teilnehmer demonstrierten ihre wissenschaftliche Redlichkeit, indem sie abwogen, relativierten und eigene Wissenslücken offen ansprachen. Die Schüler zeigten eindrucksvoll, wie wertvoll wissenschaftliches Denken für das JGG und die Gesellschaft sein kann.