Schnuppertag der Natur­wissenschaften

Viertklässler experimentieren in Schülerlabors des JGG

Kinder interessieren sich unvoreingenommen für die Phänomene ihrer Umwelt. Sie stellen ihren Eltern und Lehrern viele Fragen und wollen meist alles ganz genau wissen. Besondere Freude haben Kinder natürlich an eigenen Tätigkeiten wie Spielen und Basteln. Etwas Neues auszuprobieren übt dabei einen ganz besonderen Reiz auf sie aus. Dieser natürlichen Experi­mentierfreude will der seit 2003 alljährlich am JGG für Schülerinnen und Schüler der benachbarten Maria-Ward-Grundschule stattfindende „Tag der Chemie “ gerecht werden. Ganz im Mittelpunkt des von Chemie-Fachbetreuer Dr. Andreas Kämmerer konzipierten und aufwendig vorbereiteten Projekts steht deshalb die Ei­gentätigkeit der Kinder.

„Die Schüler können das Fach unvoreingenommen angehen und erkennen, dass sie etwas Spannendes erwartet. Erste selbständig durchgeführte Experimente sollen die Kinder für das Fach begeistern”, so Studiendirektor Dr. Kämmerer. Und das Konzept war auch heuer wieder ein voller Erfolg: Mit ungefährlichen Experimenten wurden chemische Phänomene verdeutlicht und durch eigene Versuche begreifbar gemacht. Auf vorbereiteten Labor-Arbeitsblättern notierten die Viertklässler ihre Beobachtungen und Überlegungen. Unter ande­rem lernten die Kinder an diesem Projekttag, dass es in Wasser gut lösliche und in Wasser kaum lösliche Stoffe gibt.

Eine weiteres Lernziel ist die Einsicht, dass das Sprudeln von Flüssigkeiten, wie es den Kindern vom häufi­gen Umgang mit Limonade oder Mineralwasser her bekannt ist, auf entweichendes Gas zurückzuführen ist. Es folgt die Erkenntnis, dass es sich bei diesem Gas um Kohlendioxid (CO2) handelt, und dass dieses Gas mit Wasser zu Kohlensäure reagiert. Mit Hilfe von Blaukrautsaft, der aufgrund der enthaltenen Cyanidin-Glycoside als Indikator dient, weisen die Kinder den Säurecharakter von Kohlensäure, Zitronensaft und Haus­haltsessig nach. Zudem lernen die Schüler durch einfaches Einblasen von Ausatemluft in Kalkwas­ser, dass der Mensch CO2-Gas ausatmet. Dass Kohlendioxid-Gas auch aus Steinen ent­weichen kann und man das Gas mit einem Luftballon auffangen kann, zeigt sich den Kindern beim Auftropfen von Säuren auf Marmorstücke, die sich unter dem Einfluss der Säuren langsam auflösen. Am Beispiel des Passauer Doms lernen sie die Umweltrelevanz dieses Phänomens kennen.

In diesem Jahr machten sich 51 Grundschüler der Klassen 4a und 4b auf den Weg ins Gymnasium. 35  Kinder erhielten unter Anleitung von Studiendirektor Dr. Kämmerer und Studienrat Christian Kreidler eine erste Einführung in die Welt der Gase, Säuren, Kolben, Pipetten und Reagenzgläser, 16 Kinder beschäftigten sich mit Themen aus der Physik. Hierbei stand bei Oberstudienrätin Christine Domani „Technik mit Lego“ auf dem Stundenplan – ein bei Fünftklässlern heiß begehrtes Wahlfach am JGG, das die Grundlagen für Robotik legt. Die Viertklässler durften ein Lego-Insekt mit schwankender Fortbewegung bauen und dann experimentieren, wie durch bestimmte Veränderungen am Bewegungsapparat größere Schrittlängen und damit höhere Geschwindigkeiten erreicht werden können, ohne dass das Roboter-Insekt dabei instabil wird. Genau wie in der Chemie waren die Gäste aus der Nachbarschule auch in der Physik eifrig bei der Sache, sodass sich manche sogar an Zusatzaufgaben wagten. So wurde auch die Aufgabe, ohne Anleitung eine Fledermaus, welche die Flügel schwingt, zu bauen, bravourös gemeistert.

Am Ende des natur­wissenschaftlichen Schnuppertags am JGG waren sich Schüler und Lehrer einig: Der Vormittag in den Chemie- und Physik-Räumen hat nicht nur viel Spaß gemacht, sondern war auch sehr lehrreich.