Mit dem Profilkurs Geologie unter Tage

Das Besucherbergwerk der Graphit Kropfmühl AG war das Ziel des Profilkurses Geologie. 20 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 und 12 besuchen am Johannes-Gutenberg-Gymnasium den Kurs von Oberstudienrat Albrecht Müller. Nun, kurz vor dem Abitur, fand die Exkursion zu einem geologisch interessanten Ziel in der Region statt. Im Museum galt es, in einer Rallye durch die verschiedenen Stationen die Geschichte und Hintergründe des Graphitbergbaus zu erforschen.

Nach einem kurzen Einführungsfilm ging es dann unter Tage. Mit Helm und Kittel machten sich die Schüler auf um unter Tage einzufahren. So nennt der Bergmann es auch, wenn er sich zu Fuß in ein Bergwerk begibt. Über mehr als 200 Stufen ging es hinab auf 45 Meter Tiefe, wo in den Stollen der wertvolle Rohstoff abgebaut wurde. Graphit ist bekannt in seiner Verwendung als Bleistiftmine. Da es aus Kohlenstoff besteht, können daraus unter großem Druck Industriediamanten hergestellt werden. Aber auch zur Herstellung von Schmelztiegeln für die Stahlindustrie wird Graphit seit über hundert Jahren gewonnen. Besonders gefragt ist das Material aktuelle bei der Herstellung von Akkus. Der Hauptbestandteil von Lithium-Ionen-Akkus ist nämlich das Mineral Graphit. Ein langjähriger Bergmann erklärte den Waldkirchenern, dass die Vorkommen zwischen Hauzenberg und Untergriesbach die größten in Deutschland sind. Allerdings haben die Flöze nur einen Graphitgehalt von 20%, weshalb viele Arbeitsschritte bei der Weiterverarbeitung bis zum industrietauglichen Rohstoff notwendig sind. Aus diesem Grund habe sich die Graphit Kropfmühl AG an anderen Bergwerken beteiligt und beziehe den Rohstoff auch aus dem Ausland. Dort könne das Graphit wie in Mosambik im Tagebau gewonnen werden oder das Erz habe wie in Sri Lanka einen 98%-igen Gehalt. Nachdem der Abbau in Kropfmühl 2005 deshalb und aus Preisgründen eingestellt worden war, wird das Erz seit Juni 2012 wieder vor Ort gewonnen, um Versorgungssicherheit zu haben. Beeindruckt waren die Schüler von den schwierigen und gefährlichen Arbeitsbedingungen unter Tage. Nun werden wieder Bergleute ausgebildet, die Arbeit ist gut bezahlt und es gibt genügend Bewerber für diese besondere Tätigkeit.