Die Bundeswehr zu Besuch am JGG

Was macht die Bundeswehr mit einem bis zu 950 Mann starken Mandat im Mittel­meer? Warum operiert die NATO im Baltikum? Was bedeutet überhaupt „Sicherheit“? Mit Fragen wie diesen beschäftigten sich die Abiturienten des JGG im Rahmen einer sicherheitspolitischen Informations- und Diskussionsrunde, zu welcher der Jugendoffizier der Bundeswehr, Hauptmann Klaus Schedlbauer, an die Schule gekommen war.

Inhaltlich wurde dabei unter anderem der klassische vom sogenannten erweiterten Sicherheitsbegriff differenziert, welcher neben der Abwesenheit von kriegerischer Gewalt und der Integrität von Grenzen auch Faktoren wie Wohlstand, soziale Infrastruktur und uneingeschränkte Perspektiven für den Einzelnen umfasst. Jener Begriff der umfassenden Sicherheit sei heute, so Schedlbauer, elemen­tarer Bestandteil, wenn es um das Konzept der vernetzten Sicherheit gehe. Aufbauend hierauf gab der Jugendoffizier Einblick in die Aufgaben der Bundeswehr innerhalb dieses Konzepts, wozu unter anderem die Abwehr von Bedrohungen aus dem Cyberraum gehört.

Einen weiteren Schwerpunkt der Veranstaltung bildete die Bündnispflicht im Rahmen der „Gemein­samen Sicherheits- und Verteidigungspolitik“ der EU (GSVP). So habe Frankreich nach den An­schlägen von Paris im November 2015 gemäß Lissaboner Vertrag um Unterstützung seiner Operationen gegen den IS gebeten, sodass der Deutsche Bundestag bereits Anfang Dezember 2015 den Bundeswehreinsatz in Syrien unter dem Codenamen „Counter Daesh“ beschlossen hat – ein Mandat, bei dem aktuell über 450 Soldaten der Bundeswehr im Einsatz sind, mitunter zur Einsatz­unterstützung durch Luftbetankung, zum Begleitschutz und zur Sicherung des Marineverbandes sowie zur See- und Luftraumüberwachung. Bei den Schülerinnen und Schülern des JGG stieß der Vortrag, der in seinen Inhalten an den Lehrplan-Bereich „Friede und Sicherheit als Aufgaben der internationalen Politik“ anschloss, auf großes Interesse, zumal der Jugendoffizier auch bei kritischen Fragen zu sicherheitspolitischen Maßnahmen oder zur Ausstattung der Bundeswehr Rede und Antwort stand.