Deutsch-tschechische Schülerbegegnung

Was letztes Jahr initiiert und im Sommer 2017 erstmals erfolgreich durchgeführt wurde, ging nun in die zweite Runde: die deutsch-tschechische Schülerbegegnung der beiden Partnergymnasien Waldkirchen und Vimperk unter dem Motto „Natur kennt keine Grenzen“. Während das dreitägige Projekt im letzten Schuljahr in Horská Kvilda im Nationalpark Šumava stattfand, bezogen die Schüler heuer im Jugendwaldheim „Wessely-Haus“ Quartier und erkundeten auf interaktive Art und Weise den Nationalpark Bayerischer Wald. Im Zeichen des bayerisch-böhmischen Miteinanders widmete man sich den Themen „Natur Natur sein lassen“ und „Artenvielfalt“, wenngleich für die Schüler freilich das Kennenlernen und die gemeinsame Tagesgestaltung mit den Gleichaltrigen aus dem Nachbarland im Vordergrund standen.

Von Seiten des Johannes-Gutenberg-Gymnasiums Waldkirchen engagierte sich die Klasse 8a für das Projekt, begleitet von Oberstudienrätin Christine Domani und Studienrat Jürgen Schanzer. Gleich nach der Ankunft wurde am Jugendwaldheim zusammen mit Waldführern des Nationalparks ein Kennenlernprogramm mit den Schülerinnen und Schülern aus den Partnergymnasien durchgeführt. Bei mehreren kleinen Geschicklichkeitsspielen und sportlichen Aktivitäten konnten die Jugendlichen zum ersten Mal in Kontakt treten, bevor der Nachmittag ganz unter dem Motto „Biodiversität – Artenvielfalt, Lebensraumvielfalt, genetische Vielfalt“ stand. Hierbei wurden den Gymnasiasten, die in deutsch-tschechischen Teams zusammenarbeiteten, unter der Anleitung einer Försterin und der Waldführer wichtige einheimische Tier- und Pflanzenarten auf spielerische Art nähergebracht. Am Abend gab es in der Jugendherberge einen freiwilligen Crashkurs „Tschechisch im Alltag“, wovon viele JGG-ler Gebrauch machten.

Der zweite Exkursionstag sah eine mehrstündige Wanderung über den „Hausberg“ des Jugendwaldheims, den Lusen vor, welche in Anbetracht der letzten Schneereste in dieser Höhenlage zu einer kleinen sportlichen Herausforderung wurde. Allerdings wurden von den Waldführern und den als Übersetzer ins Deutsche und Tschechische fungierenden Nationalpark-Rangern immer wieder informative und erholsame Wegpausen eingebaut. Den erlebnisreichen Tag ließ man bei Stockbrot und Musik am Lagerfeuer ausklingen. Zum Abschluss des Projekts fand schließlich eine Fahrt nach Riedlhütte, dem Heimatort von JGG-Schulleiterin Josefa Stamm, statt. Im dem alten Glasmacherort wurde den Jugendlichen ein kurzweiliger Vortrag mit einer Glasbläser-Vorführungen geboten, bei dem geschichtliche Hintergründe zur Glasbläserkunst im Grenzgebiet Bayern/Böhmen geschickt vermittelt wurden. Anschließend wurde die Heimfahrt nach Waldkirchen bzw. Vimperk angetreten.

Schüler und Lehrer zogen erneut ein positives Fazit aus der gemeinsamen Veranstaltung, welche die seit mehr als 25 Jahren bestehende Partnerschaft der beiden Gymnasien vertieft und jungen Menschen einzigartige Begegnungsmöglichkeiten über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg schafft. Besonders freute man sich, dass das Projekt durch Mittel aus dem „Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds“ gefördert werden konnte. Auch auf tschechischer Seite war man so begeistert, dass sich der Winterberger Kollege Roman Hajník, der seit Jahren die Schulpartnerschaft koordiniert und mit seiner Kollegin Helena Samcová die tschechischen Schüler im Wessely-Haus betreute, gleich nach Ende des Projekts bei Oberstudiendirektorin Josefa Stamm einfand, um weitere gemeinsame Aktivitäten zu planen. In diesem Sinne wird bereits im kommenden September eine Waldkirchner Gruppe das tschechische Partnergymnasium besuchen.

Gruppenfoto auf dem 1.373 Meter hohen Lusengipfel: Im Rahmen der 2. deutsch-tschechischen Schülerbegegnung verbachten Jugendliche des Johannes-Gutenberg-Gymnasiums Waldkirchen und des tschechischen Partnergymnasiums Vimperk drei Tage im Nationalpark Bayerischer Wald.