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» Schulkonzert - Schulpartnerschaft

Feier zum 50-jährigen Bestehen mit der Partnerschule Winterberg - 25 Jahre Schulpartnerschaft 

Waldkirchen. Ein weiterer Höhepunkt im Jubiläumsreigen des Johannes-Gutenberg-Gymnasiums: Unter dem Motto „Musik verbindet“ wurde mit einem eindrucksvollen deutsch-tschechischen Schulkonzert im Bürgerhaus der Stadt mit dem Partnergymnasium aus Vimperk nicht nur auf das 50-jährige Bestehen des JGGs, sondern auch auf 25 Jahre Schulpartnerschaft zwischen beiden Gymnasien angestoßen. Neben dem hochkarätigen Jugendblasorchester der Stadt Vimperk, in dem sich viele Schüler des dortigen Gymnasiums engagieren, waren die Schulleitung um Direktor Jan Heřta sowie die Deutschlehrkräfte des dortigen Gymnasiums – an der Spitze Roman Hajník als Motor der Partnerschaft – zu diesem Festabend nach Waldkirchen gereist. 

Der stellvertretende JGG-Schulleiter Dr. Claus Kappl – Oberstudiendirektorin Josefa Stamm wohnte der Hochzeit ihres Sohnes bei – konnte neben zahlreichen Ehrengästen aus Politik und Kultur neben der Winterberger Delegation insbesondere die Stadtkapelle Waldkirchen um Dirigent Christoph Lorenz sowie die Bigband des Gymnasiums um JGG-Chefmusiker Thomas Gabriel zu dieser musikalischen Einmaligkeit begrüßen. Unter den Ehrengästen war auch Oberstudiendirektor i.R. Franz Lenhardt, bis 2012 JGG-Schulleiter, der von Waldkirchner Seite einen maßgeblichen Beitrag zum Aufbau und zur Pflege der Schulpartnerschaft geleistet hat.  

Statt vieler Grußworte und offizieller Reden, so Kappl, wolle man die Musik sprechen lassen, seit jeher Ausdruck von Kultur und gleichzeitig völkerverbindende Sprache. Dennoch kam man nicht ganz um Grußworte umhin – aber diese dürften den Schulgemeinschaften beider Gymnasien, allen voran den Verantwortlichen der deutsch-tschechischen Partnerschaft, umso besser gefallen haben: Landrat Sebastian Gruber etwa hob hervor, dass beide Schulen die Chancen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit früh erkannten, nämlich bereits 1989/90 unter dem Eindruck des fallenden „Eisernen Vorhangs“ und damit weit früher als die Politik. Dem konnten Waldkirchens Bürgermeister Heinz Pollak sowie Euregio-Geschäftsführer Kaspar Sammer nur beipflichten: Aus deutsch-tschechischen Kontakten sei eine Freundschaft geworden, was einst befremdete, sei nun Normalität. Beide brachten den Wunsch zum Ausdruck, diese grenzüberschreitende Partnerschaft auch weiterhin mit immer wieder neuen Impulsen zu pflegen.

Für Jan Heřta, dem Schulleiter des „Gymnázia a Střední odborné školy ekonomická Vimperk“, stehen insbesondere die Kontakte, welche die Schüler zueinander aufbauen, im Mittelpunkt. Und dass es diese im Laufe der letzten 25 Jahre immer wieder gegeben hat, ging aus den Präsentationen beider Schulen hervor, die zwischen den Auftritten der einzelnen Musikensembles an gemeinsame Aktivitäten sowie an zentrale Momente und Begegnungen des letzten Vierteljahrhunderts erinnerten. JGG Studiendirektor Dr. Kappl und Oberstudienrätin Gudrun Mellin gingen insbesondere auf das Zustandekommen der Partnerschaft ein: Alles begann mit einer Fahrt nach Südböhmen, welche den damaligen Zehntklässlern im Sommer 1989 und damit noch zu kommunistischen Zeiten als Anerkennung für die Teilnahme am Architekten-Wettbewerb zur Neugestaltung des Marktplatzes von der Stadt Waldkirchen gesponsert wurde. Bereits ein Jahr später, nach einer weiteren Studienfahrt, konnte zwischen den damaligen Schulleitern Jindrich Hájek und Rudolf Bergmann die Partnerschaft besiegelt werden.

Es folgten viele freundschaftliche Besuche und Gegenbesuche, vor allem auch zwischen den Kollegien, verbunden mit fachlichem Austausch. Für die Schüler hatte man vor allem gemeinsame Sportveranstaltungen zum Kennenlernen organisiert. Bereits 1996 konnte Franz Lenhardt bilanzieren: „Für unsere beiden Schulen ist eine gute Nachbarschaft bereits Wirklichkeit“. Dies bestätigten auch zwei Schüler der 11. Klasse des Winterberger Gymnasiums, die in lupenreinem Deutsch zahlreiche Impressionen vorstellten: Sportveranstaltungen, Unterrichtshospitationen, gemeinsame Exkursionen, Cafeteria-Mittagessen oder Wandertage. Besonders hervorgehoben wurde eine Begegnung aus dem Jahr 2002: In Tafelhütten (Huť pod Boubínem) pflanzten Winterberger und Waldkirchner Schüler Bäume für eine Allee des Friedens. Immer wieder tauchte dabei das Bild von Oberstudiendirektor i.R. Franz Lenhardt auf, der als „Motor der Schulpartnerschaft“ noch heute das Gymnasium Winterberg besucht und – auch auf Wunsch der dortigen Schüler – Deutschunterricht gibt.

Neben den Impressionen und Erinnerungen stand aber ganz klar die Musik im Vordergrund des Abends, und dazu hatten die drei Ensembles ein anspruchsvolles Konzertprogramm zu bieten: Die Waldkirchner Stadtkapelle spielte zur Eröffnung die Festfanfare von Franz Ortner, entführte das Publikum mit der „New York-Ouvertüre“ von Kees Vlaak in die amerikanische Metropole, bevor es mit der Amboss-Polka und einem Konzertmarsch von Lazlo Geiger wieder europäisch wurde. Zum Schluss gab’s ein Potpourri der besten Songs von Simon und Garfunkel. Nicht weniger imposant spielten die 54 Musiker des Jugendblasorchesters Vimperk um Dirigent Petr Staněk auf: Mit Stücken von der „Biene Maja“ über das „Moritat von Mackie Messer“ bis hin zur böhmischen Marschmusik bewies die Kapelle, dass sie zurecht zu den besten Jugendorchestern in Tschechien gehört und in europaweiten Auftritten, wie Roman Hajník verdeutlichte, zahlreiche Jugendpreise erringen konnte. Auch im Repertoire der jungen Winterberger: der „Säbeltanz“ des armenischen Komponisten Aram Chatschaturjan.

Nicht weniger beeindruckte abermals – wie schon so oft im Rahmen der Feierlichkeiten zum Schuljubiläum – die vom Thomas Gabriel geleitete Bigband des Johannes-Gutenberg-Gymnasiums mit einer Zusammenschau mehrerer populärer Stücke, darunter den Jazz-Titel „In the mood“ von Glenn Miller sowie „Pennsylvania 6-5000“, bevor es schließlich zum musikalischen Höhepunkt des Abends kam: Unter Leitung von Christoph Lorenz beendeten die über hundert Musiker der drei Kapellen gemeinsam mit den eindrucksvollen Klängen von „Wahre Freundschaft soll nicht wanken“ das Schulkonzert – ein Musiktitel, der auch symbolisch für die Freundschaft des Johannes-Gutenberg-Gymnasiums und des Gymnasiums Vimperk nach 25-jähriger Partnerschaft zu stehen vermag.

Von Christian Weishäupl

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