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» Schule » Johannes Gutenberg

Als im Jahre 1998 amerikanische Journalisten den „Man of the Millennium“, die wichtigste Persönlichkeit des zweiten nachchristlichen Jahrtausends, wählen sollten, fiel das Votum auf einen Deutschen: Johannes Gutenberg, Namensgeber unserer Schule. Seine Erfindung, der Buchdruck mit beweglichen Lettern, stand an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit und löste in Europa eine wahre Medienrevolution aus.

Wichtigster Bestandteil von Gutenbergs Idee war die Erfindung des sog. Handgießinstruments, das es ermöglichte, die einzelnen Letter, die nach ihrer Fertigstellung zu Wörtern und schließlich zu Texten zusammengefügt werden konnten, besonders fein zu gießen. Für den Druck erfand er eine spezielle Presse sowie einen verbesserten Farbstoff. Vor der Verbreitung dieser Technik waren Bücher äußerst teure Güter, die aus Pergament hergestellt und in klösterlichen Schreibstuben und Bibliotheken mühevoll von Mönchen und Nonnen Buchstabe für Buchstabe beschrieben werden mussten. Gutenbergs Erfindung machte es möglich, Buchseiten beliebig oft zu drucken und die fertigen Blätter dann zu Büchern zu binden.

Das erste Buch, das Gutenberg druckte, war die Bibel. 180 Exemplare hat er hergestellt – eine ungeheuer große Anzahl für die damalige Zeit, bedenkt man, wie lange es gedauert hätte, die Bibel 180-mal abzuschreiben! Heute gibt es noch 49 bekannte Exemplare, 21 davon in Deutschland. 1987 wurde zuletzt eines dieser Bücher verkauft – zum Preis von 9,75 Millionen D-Mark (rund 5 Mio. Euro).

Über das Leben Gutenbergs, der eigentlich Johannes Gensfleisch hieß, wissen wir wenig. Geboren wurde er um das Jahr 1400 im elterlichen Hof zu Gutenberg in Mainz. Sein Vater war Patrizier und Kaufmann. Vermutlich erlernte der junge Gutenberg das Handwerk des Goldschmieds. Einige Jahre dürfte er sich in Straßburg, später dann wieder in seiner Geburtsstadt Mainz aufgehalten haben, wo er um 1450 den Buchdruck mit beweglichen Lettern entwickelte. Offensichtlich hat er schon Jahre zuvor daran experimentiert, da er mehrfach ein Darlehen aufnehmen musste. 1468 starb er in Mainz, drei Jahre nachdem er vom dortigen Erzbischof wegen seiner bahnbrechenden Erfindung in das Hofgefolge aufgenommen und reich beschenkt worden war.

Gutenbergs Technik verbreitete sich rasch. Druckerzeugnisse gehörten bald überall in Europa zum Alltag. Der Buchdruck war Wegbereiter für eine neue Zeit. Er hat vielen Entwicklungen in Staat und Gesellschaft, Kirche, Wissenschaft und Technik den Weg zum Erfolg geebnet.

Im Bewusstsein um die Bedeutung des Buchdrucks für den Zugang zu Wissen und Bildung benannte sich das Gymnasium Waldkirchen im Jahr 1986 nach Johannes Gutenberg. Im Deutsch-, Geschichts- und Kunstunterricht wird den Schülern des Gymnasiums an geeigneten Stellen eine Begegnung mit dem Namensgeber der Schule ermöglicht.

Christian Weishäupl


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