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Waldkirchen in der Wirtschaftswunderzeit

„Waldkirchen in der Wirtschaftswunderzeit“ lautete das Thema eines Projekt-Seminars in Fach Geschichte/Sozialkunde, das eineinhalb Schuljahre lang von Studienrat Marcus Erlmeier betreut wurde. Die Ergebnisse wurden nun von den teilnehmenden Schülern der Q12 in der Aula des Johannes-Gutenberg-Gymnasiums präsentiert.

Projekte haben im Lehrplan des Gymnasiums in allen Jahrgangsstufen ihren festen Platz. Das sog. P-Seminar, integraler Bestandteil der neuen G8-Oberstufe, kann auf diese Grundlagen – Teamarbeit, systematisches Erlernen eines bestimmten Stoffgebietes, Präsentationstechniken usw. – aufbauen, es zeichnet sich vor allem durch die Zusammenarbeit mit externen Partnern aus.

Und diese Partner waren schnell gefunden, denn wer könnte eine bessere Quelle für das Leben in Waldkirchen und den 1950-er und 1960-er Jahren sein als die Menschen, die diese Zeit bewusst miterlebt haben. Nachdem die Schüler einen Fragekatalog zu den Aspekten „Familiäres Leben“, „Wirtschaft und Infrastruktur“, „Wohlstand“, „Freizeitverhalten“, „Gesundheit“ und „Bevölkerung allgemein“ ausgearbeitet hatten, machten sie sich in das Waldkirchner Seniorenheim auf, um mit den Bewohnern über die alten Zeiten zu sprechen. Die Exkursion in den Gemeinschaftsraum des Altenheims stellte sich als regelrechter Generationentreff heraus, und den angehenden Abiturienten wurde schnell bewusst, wie gerne ältere Menschen aus ihren Erinnerungen erzählen.

Eine weitere wichtige Anlaufstelle für die Informationsrecherche stellte das Reich von Richard Schiffler dar: Der Stadtarchivar stellte den Schülern altes Zeitungsmaterial, Bilder und Dokumente aus der Zeit des Wirtschaftswunders zur Verfügung, aus denen die Seminarteilnehmer für sie und ihr Thema interessante Aspekte erarbeiten konnten. Besondere Unterstützung erhielten die Schüler auch vom Waldkirchner Siedlerbund, der mit umfassendem Quellenmaterial zum Wohnungsbau in den 1950-er Jahren aufwarten konnte. Selbstverständlich wurde auch im familiären Bereich der Schüler eifrig recherchiert.

Die so gesammelten Informationen wurden schließlich auf Stellwänden strukturiert und dadurch zu einer Präsentation aufbereitet. Im Beisein der Schüler, ihrer Familien, der Zeitzeugen und mehrerer interessierter Menschen wurde diese Ausstellung nun eröffnet. Grußworte sprachen Alois Riedl als Vorsitzender des „Verbands Wohneigentum“ (früher: Siedlerbund) sowie Heinrich Schmidhuber als Zeitzeuge und verantwortlicher Politiker für die ausgehenden 60-er und beginnenden 70-er Jahre. Letzterer bereicherte die Ausstellungseröffnung mit so mancher Anekdote aus der alten Zeit. Vor allem gab er auch einen Ausblick auf die Entwicklung Waldkirchens in den 1970-er Jahren mit dem Höhepunkt der Stadterhebung.

Ein Rundgang durch die Ausstellung unterstrich dann, wie gründlich die Schüler gearbeitet hatten. Bilder von den Anfängen des Freibads am Karoli, Werbeanzeigen für ein nagelneues 5100 DM teures Auto mit „Viel Platz für fünf Personen“, alte Aufnahmen von Waldkirchner Marktplatz und den umliegenden Dörfern, Anekdoten über rabiate Behandlungsmethoden im Krankenhaus, Zeitungsmeldungen über den Bau der Kanalisation oder Fotos von Schulklassen und privaten Familienausflügen mit dem VW Käfer ließen „die gute alte Zeit“ wieder lebendig werden. Insgesamt wurde deutlich: Wenn auch etwas verspätet, aber deutlich spürbar kam das „Wirtschaftswunder“ der 1950-er Jahre auch in Waldkirchen an, brachte Petticoat, Waschmaschine und Fernseher mit und leitete eine neue, spannende Zeit ein.

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Um über das Leben in und um Waldkirchen in den 1950-er und 60-er Jahren zu recherchieren, wurden befragten die Schüler im Seniorenheim ältere Menschen. Der Kaffeeplausch entwickelte sich zu einem fröhlichen Generationentreff.

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In der Aula des Gymnasiums wurden die Ergebnisse der Recherche präsentiert. Besonders freuten sich die Abiturienten und Kursleiter Marcus Erlmeier (rechts) über den Besuch von Alois Riedl, Heinrich Schmidhuber und einiger Bewohner aus dem Seniorenheim.

 


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