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Vortrag "Sicher unterwegs im Netz" am 13.07.2017

„Hallo, ich bin die Lisa, ich bin zwölf Jahre alt und komme aus Landshut.“ So begrüßte Studiendirektor Bruno Lux, Leiter der Staatlichen Schulberatungsstelle Niederbayern, die Schüler der fünften und sechsten Klassen des Johannes-Gutenberg-Gymnasiums. Da im Hintergrund bereits der Titel seines Vortrags, „Sicher unterwegs im Netz“, projiziert war, wussten die Kinder natürlich sofort, worauf der Referent anspielte: Im sog. „Web 2.0“, dem Mitmach-Internet, kann jeder in die Rolle schlüpfen, in die er will, und andere damit in eine Falle locken – oft mit verhängnisvollen Folgen.

Lux war im Rahmen des JGG-Schulentwicklungskonzepts, das sich auch der medienpädagogischen Erziehung widmet, an das Waldkirchner Gymnasium geholt worden, um als ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet die Schüler der Unterstufenklassen für die Risiken und Gefahren von Internet-Aktivitäten zu sensibilisieren. Und das Thema traf genau den Nerv der Kinder: Viele berichteten von eigenen Beobachtungen oder gar Erfahrungen mit WhatsApp und Co. Der Faszination der grenzenlosen Kommunikation, der Mitgliedschaft in virtuellen Gruppen und des unbeschränkten Versendens von Bildern stünden große Risiken gegenüber, so Lux, allesamt Angriffe auf Daten, Geld und Person der ahnungslosen User.   

Jeder Zweite, so der Referent, klicke unüberlegt auf Links oder Anhänge in Mails. Durch das Posten von Daten und Bildern verrate man viel zu viel von sich und gebe tiefen Einblick in das Privatleben, manche – statistisch gesehen vor allem 14-Jährige – verschicken sogar Nacktfotos von sich, ohne zu bedenken, was damit alles gemacht werden kann. Durch die Preisgabe individueller Daten mache sich der User angreifbar für Mobbing, Bloßstellung, Beleidigung oder Erpressung. Cybermobbing sei eine kriminelle Art der seelisch-psychischen Gewaltanwendung durch Willkür und extreme Bosheit. Durch die Anonymität des Internets lege ein Täter – klassischerweise feige, gefühllos und mit einem geringen Selbstwertgefühl ausgestattet – hier seine Hemmungen ab, die extrem schnelle Verbreitung führt dazu, dass der Angriff auf das Opfer vor einem unüberschaubar großen Publikum verläuft – mit oft verheerenden Folgen bis hin zum Suizid.

Studiendirektor Lux gab den Kindern Ratschläge, sollten sie selbst einmal Opfer eines Cybermobbing-Angriffs werden. Wichtig sei vor allem, nicht auf die Belästigungen zu reagieren, einen Screenshot zur Beweissicherung anzufertigen und mit einer erwachsenen Vertrauensperson zu sprechen. Dies gelte vor allem auch, wenn man im Internet auf Pädophile stoße, die vor allem soziale Netzwerke als Tummelplatz nutzen. Hier müsse gleich die Polizei eingeschaltet werden.

Damit der mit vielen anschaulichen, aber auch nachdenklichen Inhalten gestaltete Vortrag des renommierten Schulberaters in den Klassen auch entsprechend aufgearbeitet werden kann, schloss sich für die sechsten Klassen unmittelbar ein Medienkompetenztraining an, das die Studienräte Kai Spänig und Christian Kreidler im Sinne des Präventionskonzepts „fairnetzen“ gestalteten. Dieses hat zum Ziel, Kindern im Alter zwischen 9 und 12 Jahren Handlungskompetenzen im Umgang mit den neuen Medien zu vermitteln. Gemeint ist nicht die Funktionsweise des Internets, der technische Aufbau des Computern oder das Erlernen der IT-Fachsprache, sondern es geht vor allem darum, die Kinder für den bewussten, verantwortungsvollen, selbstreflektierten und sicheren Umgang mit dem „Web 2.0“ zu wappnen, zum Beispiel: Wo liegt das zeitliche Limit? Wie gehe ich behutsam mit meinen persönlichen Daten um? Wie kontrolliere ich meinen digitalen Fußabdruck?

Die JGG-Schulleitung freute sich besonders, dass die jungen Gymnasiasten nicht nur mit viel Interesse, sondern auch mit der nötigen Seriosität am Vortrag und am anschließenden Kompetenztraining teilnahmen. Denn was den sicheren Umgang mit sozialen Netzwerken anbelangt – so viel ist sicher –, kann nie genug an Präventionsarbeit geleistet werden. –chw

Fotos: Weishäupl

 

     
 

Bruno Lux, Leiter der Staatlichen Schulberatungsstelle Niederbayern, sensibilisierte die Fünft- und Sechstklässler des Johannes-Gutenberg-Gymnasiums für den sicheren Umgang mit dem „Web 2.0“.

  Studiendirektorin Ingrid Amann (v.r.), Oberstudiendirektorin Josefa Stamm und Studienrat Kai Spänig (li.) freuten sich mit einigen Schülerinnen, denen das Thema selbst sehr am Herzen liegt, dass mit Studiendirektor Bruno Lux (Mitte) ein ausgewiesener Experte für die brisante Problematik gewonnen werden konnte.

 

 


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